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Mistelbekämpfung

Streuobstbestände sind im Markgräflerland landschaftsprägend und bieten durch ihren Strukturreichtum wertvolle Lebensräume für viele Arten. 

Zunehmend bedroht aber die Laubholz-Mistel die Streuobstbestände (insbesondere Apfelbäume) in der Region. Als Halbparasit betreibt sie zwar selbst Photosynthese, entzieht ihrem Wirt durch die Saugwurzeln aber Wasser und Nährstoffe. Dadurch werden die Bäume geschwächt und sterben schließlich ab. Die weißen, klebrigen Scheinbeeren dienen verschiedenen Vogelarten als Nahrung, die dadurch zur Verbreitung der Mistel beitragen.

Ursachen für die zunehmende Ausbreitung der Mistel sind klimatische Veränderungen sowie eine unregelmäßige oder fehlende Pflege der Streuobstbestände. Wenn ein Befall früh erkannt wird, kann er im Rahmen der Baumpflege wirksam eingedämmt werden.

Im Winter 2025/26 wurde, zunächst in Kandern, durch das ILE-Regionalmanagement in Kooperation mit der Obstbauberatung des Landkreises Lörrach eine Bestandserfassung durchgeführt. Ziel ist es, einen Überblick über das Ausmaß und die räumliche Verteilung des Mistelbefalls zu bekommen. Auf dieser Grundlage sind anschließend Maßnahmen zur gezielten Mistelbekämpfung geplant.

Unter anderem wurde bereits ein Praxis-Workshop in Riedlingen durchgeführt. Unter Anleitung von Klaus Nasilowski, Obstbauberater Landratsamt Lörrach, schnitten mehrere engagierte Mitglieder des Fördervereins Dorfgemeinschaft Riedlingen zwei stark befallene Apfelbäume zurück und entfernten die Misteln. 

Ab 2026 sollen sukzessive weitere Maßnahmen angestoßen werden - dazu gehören neben Baumpflegemaßnahmen auch die Aufklärung über die Problematik und das Angebot weiterer Praxisworkshops.

Kartierung der Laubholz-Mistel
Mistelbekämpfung in Riedlingen
Starker Mistelbefall an einem Obstbaum in Kandern